Heuschrecklich

Schon seit vielen Jahren mache ich Yoga. Ich liebe diese Kombination aus Kräftigung, Elastizität und Balance. Und zugegeben, ich habe Lieblingsübungen wie etwa den herabschauenden Hund. Und andere mag ich wiederum gar nicht, wie zum Beispiel die Heuschrecke. Man sollte meinen, es sei ganz natürlich, Vorlieben und Abneigungen zu haben. Ist es auch. Aber warum sagt mir eine Posture zu und eine andere wiederum gar nicht?

Bin ich ehrlich, dann mag ich natürlich die Übungen, die mir besonders leicht fallen, bei denen ich mich nicht anstrengen muss und am besten noch „bella figura“ mache. Kurzum: den Weg des geringsten Widerstandes. Der genau konträr ist zu der Tatsache:

„Die Yogaübung, die Du so gerne vermeidest, das ist die, die Du am meisten brauchst.“

Und leider ist das nur zu wahr.
Denn zu üben, was man am besten kann, bringt einen keinen Zentimeter weiter. Weder auf dem Yogaweg, noch auf dem Lebensweg.

Neue Dinge, Verhaltensweisen, Übungen worin auch immer sind immer anstrengend, herausfordernd und machen meist – zumindest am Anfang – keinen Spaß. Aber sie ergänzen einen, komplettieren das, was man bereits kann und erweitern dadurch auch das Spektrum der Möglichkeiten. Wie meistens steht davor nur der innere Schweinehund namens Bequemlichkeit, den es zu überwinden gilt. Auf meinem Yogaweg ist es der herabschauende Hund, der zwischen mir und der Heuschrecke steht.
Und was ist es auf meinem Lebensweg?

Foto: (c)Südwest Verlag

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