Weiß wie Schnee

Ich mag zwar den Winter nicht, aber ich liebe es, wenn es schneit und ich die Möglichkeit habe, durch weiße Winterlandschaft zu gehen. Denn das gibt mir die Möglichkeit für spezielle Rituale, die nur mit Schnee möglich sind. Nein, ich meine jetzt nicht Schnee-Engel machen, sprich: sich hineinfallen lassen und mit ausgebreiteten Armen Flügel zeichnen. Zugegeben, es hat auch eine besondere Kraft, seinen eigenen Abdruck als Engel zu gestalten, aber was ich mache, ist subtiler.

Da ist zum Einen die Schneedusche. Wenn es schneit, stelle ich mir vor, wie die Schneeflocken sanft und liebevoll meine Seele von allem reinigen, was sich wieder einmal an Trauer oder Angst angesammelt hat. Sie wischen wie ganz kleine Engelsflügel – da ist er ja doch, der Schnee-Engel! – meine Seele ab, damit sie wieder leuchten kann.

Schneeflocken sind ein perfektes Mittel dafür, denn Heilung geschieht meist sanft und leise.

Ein anderes Ritual, um Negatives loszuwerden ist, es in den Schnee zu schreiben. Das können negative Gefühle sein oder Gedanken an etwas oder jemanden sein, die man nicht mehr mit sich herumschleppen möchte. Sie in den Schnee zu schreiben heißt, sie zu manifestieren und darauf zu vertrauen, dass weiterer Schnee auf sie fällt und sie dadurch auslöscht.

Und abschließend genieße ich die weißen Flächen um mich herum, das Reine, Ruhige, das jede Art von Neuanfang ermöglicht. Denn auch wenn wir es uns nur selten bewusst machen, unser Leben kann jeden Tag gefüllt von Neuanfängen sein. Indem wir ausgetretene Gefühls- oder Gedankenpfade verlassen und unsere Haltung zu jemandem oder etwas ein kleines bisschen ändern. Oder indem wir unsere Lebensroutine durchbrechen und eine Kleinigkeit anders machen als wir es gewohnt sind. Neue Anfänge sind jederzeit möglich. Eine Schneefläche führt mir das lebendig vor Augen.

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