No. 9

Stille ist keine zwingende Zutat beim Shiatsu – wie es sowieso nichts „Zwingendes“ dabei gibt, schließlich geht es bei Shiatsu um Entwicklung und Entfaltung und da ist Zwang das Letzte, was es braucht.  Viele meiner Kolleg*innen arbeiten mit und bei sogenannter Entspannungsmusik. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden.

Zum einen, weil ich ja nicht weiß, was für einen Klient*in entspannend ist. (Ok, zugegeben, ich könnte fragen.) Denn spielt man mir beispielsweise Panflöte vor, um mich zu entspannen, erreicht man den völlig gegenteiligen Effekt. Panflöte ist für mich das Blunzgröstl unter den Instrumenten. Sie können mich damit jagen.

Der triftigere Grund gegen Musikbeschallung ist für mich allerdings die Ablenkung – sowohl die, meiner Klientin als auch meine eigene.
Denn: Wo die Aufmerksamkeit hingeht, dahin geht die Energie.
Und wenn im Hintergrund Musik läuft, ist immer ein Teil meiner Aufmerksamkeit bei der Musik und nicht beim Klienten. Und umgekehrt soll ein Klient beim Shiatsu ja auch die Möglichkeit haben zu spüren, wie sein System auf meine Berührungen reagiert. Aber das kann er nicht, wenn er (von sich) abgelenkt wird.

Dazu kommt, dass die meisten von uns Tag für Tag unfreiwillig sehr viel Lärm ausgesetzt sind, sodass es einem Aufatmen gleichkommt, wenn irgendwo keine Musik, Autolärm, Großstadtgeräusche … sind.

Und damit die Stille nicht zu kompakt ist – denn Stille ist etwas, an das man sich regelrecht erst wieder gewöhnen muss, wenn man gewohnt ist, von Lärm umgeben zu sein – habe ich einen kleinen Steinbrunnen, der leise plätschert. So leise, dass es angenehm ist und man nicht sofort Pipi machen muss. Das ist nur ein einziges Mal passiert, als ich ihn näher am Kopfende der Shiatsumatte aufgestellt hatte. Ein ungeplanter Nebeneffekt 😉

Also sagen wir präziser: bei meinem Shiatsu ist es nicht still, aber leise.

 

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